von Nadine Fels (Osnabrück)
Wurzeln, wachsen, ernten – das alles braucht Zeit, Pflege und die Bereitschaft, sich auf Veränderung einzulassen. Für mich wurde das Entwicklungsprogramm Leaders of Tomorrow genau zu einem solchen Garten: ein Ort, an dem ich wachsen konnte – beruflich, persönlich, innerlich.
Manchmal braucht es Mut, einen Samen zu setzen, auch wenn der Boden noch fremd und ungewiss scheint. Als ich die Ausschreibung für Leaders of Tomorrow entdeckte, wusste ich: Hier könnte etwas wachsen – nicht nur beruflich, sondern auch persönlich.
In dieser Phase wuchs in mir auch meine zweite Tochter heran. Es war eine Zeit des doppelten Wachsens, voller Hoffnung – aber auch voller Unsicherheit. Schon im Bewerbungsprozess begann ich, meine Werte zu benennen und bewusst für sie einzustehen. Erste zarte Wurzeln tasteten sich in unbekannten Boden.
Die Intensivwoche des Programms markierte den Moment, in dem mein innerer Garten sichtbar wurde. Ich betrat ihn mit neuen Augen – genährt von fruchtbarem Boden, Sonne, Regen und der Vielfalt an Menschen, von denen ich lernen durfte.
Manche Tage waren sonnendurchflutet: voller Inspiration, tiefer Begegnungen, neuer Gedanken. Andere glichen kräftigen Regengüssen: herausfordernd, klärend, aber immer belebend. Besonders prägend war die Erkenntnis, dass es erlaubt – und notwendig – ist, meine eigene Hängematte aufzuhängen: einen Ort der Ruhe und des Schutzes zu schaffen, an dem ich bei mir bleiben und neue Kraft schöpfen kann.
Leaders of Tomorrow versteht Führung als mehrdimensionale Aufgabe – als Verbindung von Persönlichkeit, Gemeinschaft, Organisation und Gesellschaft. Diese Tiefe spiegelte sich in meinem Garten wider: in der Auseinandersetzung mit mir selbst und in der Verantwortung gegenüber meinem Umfeld.
In der Mentoringphase wurde mein Garten zum Experimentierfeld. Begleitet von meiner wunderbaren Mentorin Jana setzte ich Grenzen, probierte Neues aus und wagte es, manche Beete wieder aufzugeben. Ich lernte: Nicht jede Idee muss wachsen. Nicht jede Pflanze gehört dauerhaft in meinen Garten. Die regelmäßigen Gespräche – mit meiner Mentorin und mit anderen Teilnehmenden – waren wie Pfade zwischen unseren Gärten. Sie schufen Verbindung, spiegelten Perspektiven und halfen, den eigenen Blick zu weiten.
Diese Phase erinnerte mich daran, dass Führung auch bedeutet, bewusst zu entscheiden, was genährt werden soll – und was gehen darf.
Dreimal kehrte ich mit meinem Garten zu den Summits zurück – jedes Mal nach einer langen Saison des Wachsens, Verwerfens und Neuanfangens. Diese gemeinsamen Treffen waren wie Erntefeste: Orte des Innehaltens, der Freude, des Reflektierens.
Ich stellte mir Fragen wie: Was hat sich bewährt? Wo ist Überwucherung entstanden? Wo darf ich bewusst auslichten oder neue Samen setzen? Besonders der dritte Summit stand für mich im Zeichen des Essentialismus: Mein Garten musste nicht voller und bunter werden. Stattdessen galt es, klare Entscheidungen zu treffen: Weniger Pflanzen, dafür tiefere Wurzeln. Weniger Aktionismus, dafür mehr Klarheit. Mehr Raum für die Hängematte, weniger Rastlosigkeit.
Wenn ich heute auf meinen Weg mit Leaders of Tomorrow blicke, sehe ich keinen perfekt angelegten Park, sondern einen lebendigen Garten: einen Ort, an dem Wachsen, Eingehen und Neuwerden nebeneinander bestehen dürfen. Ich habe gelernt, bei mir zu bleiben, meinen Wert zu erkennen, Grenzen zu setzen – und auch einfach innezuhalten und die Sonne zu genießen.
Leaders of Tomorrow war für mich nicht nur ein Entwicklungsprogramm, sondern eine tiefgehende Reise zu mir selbst. Es hat mir gezeigt, dass Führung nicht Technik, sondern Haltung ist – verwurzelt im eigenen Inneren, offen für Wandel, getragen von Verantwortung.
Der Garten der Führung braucht Mut, Hingabe, Geduld – und manchmal einfach das Vertrauen, dass das Richtige wachsen wird.
Führung ist wie ein Garten: Sie braucht Zeit, Pflege, Mut zum Loslassen und Raum für Neues. Das Programm Leaders of Tomorrow begleitet Führungskräfte dabei, über persönliche Reflexion, Mentoring und gemeinsames Lernen neue Perspektiven auf Verantwortung zu entwickeln. Nadine Fels schätzt Formate, die persönliche Weiterentwicklung ermöglichen. Zuhören, nachfragen und Räume für echte Begegnung schaffen – das treibt sie an. Gute Führung beginnt dort, wo Menschen wirklich miteinander in Kontakt kommen.
Dieser Artikel ist zuerst erschienen in Stiftung&Sponsoring RS 03.25